Mein Liebster Hajo ist am 6. September 2010 ganz plötzlich an einer Lungenembolie gestorben. Vier Jahre habe ich ihn durch eine schwere Depression begleitet. Der Abschied fällt mir so schwer. Doch das Schreiben erleichtert mich und lässt mich ihm immer wieder nah sein.


Montag, 23. Juni 2014

Neues Leben

Ich habe ein neues Leben angefangen, es ist alles anders geworden, es ist schön geworden, so, wie ich es mir gewünscht habe. Ich habe viel dafür getan und ich habe Dich nicht vergessen.

Ich besuche oft Dein Grab, das Holzkreuz fängt an zu verwittern, so, wie Du es wolltest. Die Erinnerung soll verblassen, so hast Du es mir gesagt, und so kommt es nun.

Ich denke oft an Dich, ich werde immer an Dich denken. Ich werde mein Leben weiter leben. Es gefällt mir so gut. Aber der Schmerz um Deinen Verlust, den werde ich immer spüren können. Er wird mich nie verlassen. Auch, wenn der Name auf Deinem Holzkreuz nicht mehr zu lesen sein wird. Er wird immer in mir sein.

Lebe wohl!


Freitag, 25. Oktober 2013

Kraut gezupft

Liebster Hajo, heute war ich an Deinem Grad und habe Kraut gezupft, den Begriff Unkraut mochtest Du ja nicht, weil Du alles Grün geliebt hast. Der Herbst ist da und überall liegen diese wunderschönen roten und braunen und gelben Blätter, auch auf Deinem Grab, Du würdest es mögen.

Ich war heute beim Onkologen, alles ist in Ordnung und das würde Dich doch bestimmt auch sehr freuen. Ach Hajo, ich vermisse Dich! Bald ist wieder Weihnachten, unser Lieblingsfest, und dann werde ich immer traurig.

Aber es geht mir gut. Und das ist nach den schweren Jahren wirklich schön. Und ich weiß, es würde Dir auch gefallen!!

Freitag, 6. September 2013

Unsere Urlaube

Liebster Hajo, ich war heute ganz früh an Deinem Grab und habe Dir eine Rose gebracht, das hat mir gefallen, irgendwie fühlte ich mich Dir sehr nah. Danach bin ich mit meiner Freundin auf die Caravan gefahren, etwas, was wir Beide uns nie hätten vorstellen können, Urlaub im Wohnwagen ;-) Da musste ich an unsere schönen Urlaube in der Pfalz denken, Hajo, die vermisse ich sehr. Vor allem der Urlaub nach meiner großen Operation vor vielen Jahren, als ich noch nicht so richtig laufen konnte, das Wetter war so herrlich, unser kleines rotes Flitzerauto brachte uns überall hin und Du warst so gut drauf. Von Krankheit noch keine Spur und wir genossen das Leben. Es ist so lange her.

Und jetzt habe ich bald einen Wohnwagen und werde mit den Hunden Urlaub machen. Alles ändert sich.

Montag, 26. August 2013

Septembergedanken

Liebster Hajo, so lange habe ich nichts mehr hier geschrieben, es war so unglaublich viel los in meinem Leben, die Krankheit bzw. die Nachsorge darum hat mich sehr gefordert. Es geht mir aber gut, welch ein Glück, und ich hoffe, das wird noch lange lange so bleiben, möglichst für immer. Aber was ist schon für immer. Dein Todestag jährt sich nun bald und ich merke es wieder. Dann bin ich sehr dünnhäutig und Du bist ständig in meinen Gedanken.

Mein neues Leben gefällt mir, es gefällt mir wirklich sehr. Doch wenn der September naht, dann kann ich daran nicht denken, dann denke ich nur an Dich.

Sonntag, 5. Mai 2013

wir haben Dich heute besucht...

...und es war ein sehr schöner Tag!

Montag, 22. April 2013

helle Erinnerungen

Das Bild entstand in dem Jahr, nachdem wir uns kennen gelernt hatten, das war eine wundervolle Zeit für uns, es ging uns gut, von Deiner Krankheit noch keine Spur und Du warst voller Elan.

Das Foto haben wir auch für die Traueranzeige genommen, so wollten wir Dich in Erinnerung behalten und das ist auch der Hajo, an den ich jetzt denke, wenn ich an Dich denke. Die Dunkelheit verfliegt immer mehr, unsere hellen Stunden kommen zum Vorschein. Das tut mir gut.

Ich richte mir grad mein Leben völlig neu ein, gehe wieder Arbeiten, wenn auch vorerst nur ein paar Stunden, aber immerhin. Das Haus ist fast vollständig renoviert und nur die kleine Gedenkecke in meinem Wohnzimmer ist noch eine Erinnerung an unser gemeinsames Leben hier, alles andere hat sich verändert.

Der Frühling kommt jetzt mit großen Schritten und ich möchte mein Leben genießen. Und irgendwann mal, dann fahre ich nach Hamburg, in Deine Stadt. Wo wir beide so oft waren. Wenn ich daran denke, Hajo, dann vermisse ich Dich sehr. Hier zu Hause habe ich es gut hingekriegt, da lebe ich mittlerweile mein Leben. Aber unsere Reisen, wenn ich daran denke, dann ist da immer noch ein Schmerz.

Samstag, 23. März 2013

Dein Wille

Mein lieber Hajo, so wolltest Du es haben, ein schlichtes Grab mit einem Holzkreuz, das verwittern soll, bis Dein Name nicht mehr zu lesen ist, damit alles in Vergessenheit geraten kann, so hast Du es mir gesagt und so soll es sein.

Heute war es bitterkalt auf dem Friedhof, der Wind pfiff und vereinzelte Schneeflocken flogen umher. Ich wünsche mir den Frühling herbei, damit ich wenigstens eine bunte Blumenschale auf Dein Grab stellen kann.

Heute dachte ich mir, wie schön es ist, dass Du von der Dunkelheit ins Licht gegangen bist, ich hoffe, Du hast Deinen Frieden gefunden. Unser letztes gemeinsames Jahr war sehr schwer, Deine Krankheit hat Dir arg zugesetzt und vieles unmöglich gemacht.

Mir geht es wieder gut, Hajo, ich bin einverstanden mit meinem Leben, was ich jetzt ohne Dich lebe. Ich denke so oft an Dich, aber ich habe keine Schmerzen mehr dabei. Wir hatten unser Leben und es war, wie es war. Du bist gegangen und ich wünsche Dir Licht und Freude. Vergessen werde ich Dich nicht, auch wenn Dein Name einst verblasst sein sollte.

Samstag, 22. September 2012

Erinnerungen

Gestern kam ich nach Hause, da stand ein paar Häuser weiter mit dem Rücken zu mir ein älterer Mann in einer Lederjacke. Ich habe sofort an Dich gedacht und es war mir, als seiest Du da. Als bräuchte ich Dich nur rufen und der Mann würde sich umdrehen und das wärest Du.

Zwei Jahre bist Du nun nicht mehr an meiner Seite und doch habe ich immer wieder und immer noch das Gefühl, es sei erst gestern gewesen, als ich Dich das letzte Mal sah.

Ich spüre noch so viel Verbundenheit mit Dir.

Montag, 10. September 2012

genau so

 
Genauso wollte Hajo es haben. Ein halbes Jahr vor seinem Tod sagte er mir, auf sein Grab solle ein Holzkreuz und das solle verwittern, so wie alles in der Natur verwittere. Und so ist es nun. Viel lieber hätte ich einen schönen kleinen Stein, aber das wollte er nicht. Es sollte ein Holzkreuz sein. Nun denn. Er hat es sich gewünscht.


Donnerstag, 6. September 2012

Abschied

Heute vor zwei Jahren Hajo, da hast Du mich von der Bahn abgeholt, Du sahst so schlecht aus, ich machte mir Sorgen. Das Einkaufen war dennoch lustig, wir hatten Spaß und dann ging alles sehr schnell. Der Krankenwagen brauste mit Blaulicht und Martinshorn davon und ich sah Dich lebend nur noch einmal kurz, als sie Dich auf die Intensivstation verlegten. Ob Du da wirklich noch gelebt hast, vermag ich nicht zu sagen. Nicht lange danach warst Du wirklich tot und ich musste Dich gehen lassen.


Habe Dir heute Blumen ans Grab gebracht.

Und dann habe ich an mein Gespräch heute Morgen mit der Psychoonkologin gedacht, dass ich das Gefühl habe, ich müsste Dich jetzt ganz gehen lassen, und dann fiel mir der Film ein, den Du so gerne gesehen hast, Nachricht von Sam, und wie lange Du nach der Musik gesucht hast und dann endlich fündig geworden bist, das Stück ist von den Righteous Brothers "Unchained Melody". Dort ist dieser Sam auch tot und doch da und rettet seine Freundin und dann geht er für immer von ihr. Mit eben diesem Lied.

Auch Du gehst jetzt für immer fort. Mein Leben wird für immer ohne Dich sein.

Lebe wohl Liebster!

Dienstag, 21. August 2012

Vergangenheit

Lieber Hajo, derzeit träume ich viel von Dir, und zwar von Dir, als Du gesund warst, von der schönen Zeit, die ich mit Dir hatte, von den Urlauben, die wir genossen haben.

Du konntest so lustig und so frech sein, so kraftvoll widerborstig und fröhlich. Ich habe Deine Art gemocht. Wir kamen gut miteinander aus.

Heute habe ich Deinen Nudeltopf abgegeben, es ist mir gar nicht mehr schwer gefallen.

Ich kann mich jetzt von diesen alten Dingen trennen, es kommt mir nicht mehr wie Verrat vor. Und doch fehlst Du mir.

Mittwoch, 18. Juli 2012

abgegeben

Ach Hajo, ich habe mich wieder von etwas getrennt, von Deiner Lederjacke, die immer noch über dem Stuhl im Esszimmer hing. Ich habe sie einem alten Mann gegeben, der selber nicht genug Geld hat für sowas und der eine wetterfeste Jacke brauchte.

Sie ist nun gut aufgehoben, aber sie ist nicht mehr bei mir. Es ist, als würde ich damit zugeben, dass Du tot bist, unwiderruflich.

Ich weiß, dass Du tot bist. Ich weiß es seit fast zwei Jahren. Und doch, es fällt mir schwer. Immer noch und immer wieder. Vermisse ich Dich.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Dinge von früher

Beim aufräumen ist mir dieser Multitester in die Hände gefallen, er ist von Anfang der 60er Jahre und ich weiß, wie sehr Du an diesem Ding gehangen hast. Nun kann ich es leider nicht bedienen, die Bedienungsanleitung ist in Italienisch und das kann ich nicht. Wie gerne hast Du damit alles mögliche durchgemessen und mir mit leuchtenden Augen davon erzählt.

Vorbei.

Mir fällt es immer noch schwer, wenn ich daran denke, dass diese Dinge nun keine Bedeutung mehr haben. Nur meine Erinnerung an Dich lässt sie noch ein wenig aufleben.

Ich verstehe es immer noch nicht, die Zeit heilt Wunden, das mag sein. Aber es ist und bleibt unfassbar für mich. Du bist so präsent, als seist Du hier, ganz in meiner Nähe.

Abschied ist schwer.

Dienstag, 15. Mai 2012

hell und dunkel

In meinem Zimmer ist eine Stelle, die ist für meine Gedanken an Dich, für meine Erinnerungen und auch oft für ein stilles Gebet. Ein paar Dinge, die Dir wichtig waren, die Dich ausmachten, frische Blumen und ab und an brennen Kerzen. Es ist mein Eckchen für Dich, es ist eigentlich mehr für mich, damit ich Dich erinnere. Damit Du wenigstens ein klein Wenig zu meinem Alltag gehörst.

Draußen ist es regnerisch und trübe, es passt zu meiner Stimmung, zu meinen dunklen Gefühlen, die mich heute ergriffen haben. Es ist eine Trauer in mir, die Platz braucht und gelebt werden will. So viel ist auszuhalten derzeit, von so viel muss ich Abschied nehmen.

Manchmal fällt mir das leicht, die Sonne scheint und ich fühle mich vom Leben getragen. Doch es gibt auch Tage, da fällt es mir sehr schwer.

Zum Glück sind sie nicht so oft, diese dunklen Tage. Doch ich glaube, sie sind auch wichtig, weil es ohne dunkel kein hell gibt.

Und die hellen Stunden, Hajo, die wir hatten, trotz Krankheit, die kann uns keiner mehr nehmen.

Donnerstag, 10. Mai 2012

bei Dir

 
Unsere beiden Lieblinge liegen an Deinem Grab, wir besuchen es oft, dort ist ein Ort der Ruhe, an dem ich ungestört an Dich denken kann. Das Holzkreuz verwittert immer mehr, so wie Du es wolltest. Bald wird ein Ahornbäumchen Dein Grab schmücken, ich habe es mir ausgesucht.

Ich weiß nicht, Hajo, warum es so ist, aber derzeit bist Du mir sehr nahe, ich denke so oft an Dich und manchmal ist mir, als teilten wir einen Alltag, nur auf ganz anderen Ebenen. Du dort und ich hier. Ist es so?

Ich weiß es nicht, im Grunde ist es auch egal, ich fühle Dich. Ich vermisse Dich. Unsere schöne Zeit, vor Deiner Erkrankung. Hamburg. Unsere Reisen in die Pfalz. Unser kleines rotes Auto. Mein Herz geht auf, wenn ich an all das denke. Und es schmerzt, wenn mir bewusst wird, dass ich all das nicht mehr mit Dir teilen werde.

Aber ich habe es geteilt. Das kann uns niemand mehr nehmen.

Sonntag, 29. April 2012

mein wir und mein Schmerz

Gestern saß ich mit einer Freundin in der Sonne vor ihrem Haus und sah ein schönes Schild mit ihrem Namen und dem ihres Mannes, selbst gemacht, und wir sprachen darüber wie schön das ist und ich sagte "wir haben sowas auch" und auf einmal wurde mir klar, dass es kein wir mehr gibt und das war ein schlimmer Schmerz. All das, was wir war, ist Vergangenheit. Es spielt im Hier und Jetzt keine Rolle mehr, nur noch in meinen Erinnerungen.

Auf meinem Tisch steht ein Bild von Dir und daneben eine Vase mit einer Rose. Es stehen immer frische Blumen neben Deinen Dingen, die ich aufgehoben habe, weil ich mich nicht trennen kann. Dich loszulassen fällt mir so unendlich schwer. So unendlich. Ich liebe Dich.

Freitag, 20. April 2012

in dieser Zeit

 
Ich weiß nicht, Hajo, warum ich Dich ausgerechnet derzeit so sehr vermisse, aber es ist so. Immer wieder fehlst Du mir, in so vielen Alltagssituationen, in so vielen Erinnerungen, in so vielen Gefühlen und Gedanken. Du fehlst.

Wie oft haben wir in den Himmel geschaut und die alte Tante Ju bewundert, die weit über unseren Köpfen dunkel brummend dahinflog. Du hast dieses Flugzeug sehr gemocht und auch viel darüber gewusst. Und auch jetzt fliegt sie wieder über mir und ich vermisse Dich an meiner Seite.

Es waren schwere Jahre, Hajo, es ist immer noch eine schwere Zeit. Und nun muss ich in dieser Zeit auch noch den Schmerz des Vermissens aushalten.

Ich vermisse Dich so sehr.

Montag, 9. April 2012

Alltag ohne Dich

 
Wie lange ist das her, wann waren wir in Heidelberg und haben dort in einem bekannte Café in der Nähe der Neckarwiese gesessen und uns den Kuchen schmecken lassen? Es war vier Monate vor Deinem Tod, ich war da bereits krank und wusste es nicht, mit Deiner Krankheit mussten wir schon lange leben. Sie wurde immer schlimmer und das Leben fiel Dir immer schwerer. Ach Hajo, und wie schwer fällt mir das alles, wie schwer fällt mir immer noch und immer wieder der Abschied von Dir.

Ich kämpfe mich durch meinen Alltag, ein Alltag ohne Dich. Er wird nun immer ohne Dich sein, einen Umstand, den ich immer noch begreifen lernen muss. Sonderbar, je länger die Zeit verstreicht, desto mehr fehlst Du mir.

Mittwoch, 14. März 2012

Du fehlst mir so

Rudern zwei ein Boot,
der eine kundig der Sterne,
der andre kundig der Stürme,
wird der eine führ'n durch die Sterne,
wird der andre führ'n durch die Stürme,
und am Ende ganz am Ende
wird das Meer in der Erinnerung
blau sein !!!
Reiner Kunze in "Gepräch mit der Amsel"

Heute hatte ich die letzte Giftverklappung und nun bereite ich mich auf meine Heimreise vor. Es war eine anstregende Zeit, auch wenn sie gut war, sie war anstrengend. Und ich habe ein paar mal so heftig Deine Unterstützung vermisst, denn es gab eine Zeit, da hast Du mich durch die Stürme geführt und ich habe mich an Deiner Stärke festgehalten.

Ich weine um Dich.

Freitag, 2. März 2012

Festtage verstreichen


Mein Liebster Hajo, in den letzten Wochen waren einige Festtage, unser Hochzeitstag, mein Geburtstag und bald kommt Dein Geburtstag, wie im letzten Jahr, so bin ich auch jetzt nicht zu Hause und konnte und kann nicht an Dein Grab. Du bist mir grad jetzt in der schweren Zeit so oft so nahe. Meine Krankheit hat meinem Leben eine neue Richtung gegeben, so wie es Dein Tod auch getan hat.

Ich denke an Dich!

Donnerstag, 16. Februar 2012

noch länger

Liebster, ich bin immer noch im Wendland und es wird auch noch länger dauern als ich es gedacht habe. Einmal die Woche bekomme ich eine Ladung Gift, damit ich den Krebs überstehe und er weg bleibt für immer. So werde ich auch in diesem Jahr an Deinem Geburtstag nicht an Deinem Grab sein können, wie im letzten Jahr auch, was mir erneut sehr schwer fällt, aber es lässt sich nicht ändern, meine Gesundheit geht vor.

Du bist mir hier oben so oft so nah, Hajo, es ist immer noch eine große Unglaublichkeit in meinem Gedanken und Gefühlen, obwohl Du nun schon anderthalb Jahre tot bist.

Ich glaube, diese Unglaublichkeit wird ewig bleiben. Du fehlst mir so sehr.

Freitag, 20. Januar 2012

es dauert an


Dies ist meine Gedenk-Ecke an Dich, die ich schon lange lange eingerichtet habe. Ich bin derzeit zwar für drei Monate nicht zu Hause, aber all diese Dinge sind immer in meinen Gedanken. Gerade jetzt, wo ich mich meiner schweren Erkrankung stellen muss, fehlt mir Deine Zuwendung. Ich vermisse die Alltagsgedanken mit Dir, Hajo, unseren Alltag vermisse ich, diese Gemeinsamkeit. Die fehlt mir gerade jetzt unglaublich.

September 2010 hat mich Dein Tod und im September eine Jahr später eine schwere Krankheit aus meinem Leben hinauskatapultiert. Ich musste und muss so hart kämpfen, um mir wieder einen Alltag für mich aufzubauen, und ich kann es nur immer wieder feststellen, mit viel Trauer feststellen, wie sehr ich Dich vermisse.

Mittwoch, 4. Januar 2012

Frohes neues Jahr!

Ich habe hineingeschlafen, ich war müde. Ich habe so viel auszuhalten derzeit.

Ich denke so oft an Dich!

So oft.

Samstag, 24. Dezember 2011

ohne Dich

Weihnachten ohne Dich
Hamburg ohne Dich
Leben ohne Dich

Ich muss ein ganz neues Leben anfangen, Hajo, ganz neu, völlig anders, alles ohne Dich.

Mitten in der Krebsnachsorge versuche ich es zu schaffen, ohne Dich zu leben.

Oft fällt es mir sehr schwer. Aber ich gehe diesen Weg. So aufrecht, wie es mir möglich ist.

Ohne Dich.

Sonntag, 11. Dezember 2011

ausruhen

An Deinem Grab steht nun eine neue Bank, wie ich es mir gewünscht habe. Ich freue mich schon auf laue Sommerabende, wo ich einfach nur dort sitzen kann, an Dich denken, vielleicht ein wenig lesen, ausruhen, einfach nur da sein.

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit denke ich oft an Dich, vermisse ich Dich, sehne ich mich nach Dir. Meine Krankheit macht es auch nicht grad leichter, damit fertig zu werden.

Ich kämpfe mich durch meinen Alltag, jeden Tag, immer wieder. Auf der Bank an Deinem Grab, da werde ich mich ausruhen.

Montag, 28. November 2011

Weihnachten naht

Weihnachten steht vor der Türe, das zweite Weihnachtsfest ohne Dich. Wir haben Weihnachten immer so gerne gefeiert, unsere ersten gemeinsamen Feste, Hajo, ich werde mich immer mit einem Gefühl der tiefen Liebe daran erinnern. Und genau dann, wenn ich daran denke, wenn ich die wunderschönen Stunden nachfühle, dann fehlst Du mir so sehr. Die Zeit der gemeinsamen Vorbereitung, was kochen wir, welche Farbe sollen die Kugeln am Baum haben, was müssen wir noch besorgen... das hat uns beiden so viel Freude bereitet.

Diese Zeit ist vorbei, Hajo, ich werde meinen Weg alleine weiter gehen. Derzeit ist der Weg noch schwer und steinig, aber es kommen auch wieder bessere Tage. Ich war so gerne mit Dir zusammen, wir waren so gerne beieinander, davon musste ich nun Abschied nehmen. Es fällt mir noch oft sehr schwer.

Und nun ist bald wieder Weihnachten.

Dienstag, 22. November 2011

Trauer ändert sich

Heute war ich zu meiner ersten Blutkontrolle nach Chemobeginn, es war ein netter Termin, weil die Blutabnehmerin eine ausgesprochen fröhliche und liebe Person ist, wir haben uns gut unterhalten. Darum fuhr ich auch zufrieden nach Hause und frühstückte in der neuen Küche. Und las Zeitung. Ein Bericht über einen deutschen Koch, der seit mehr als 20 Jahren seine drei Sterne verteidigt, was wohl einzigartig ist in der Kochwelt. Wie auch immer, ich las über Gerichte, über Alteingesessensein, über... und auf einmal erschienst Du vor meinem geistigen Auge, unsere gemeinsamen Restaurantbesuche in der Pfalz. Und ich merkte, wie sich die Trauer verändert. Sie wird tiefer. Es ist wie ein Stachel, der weh tut. Er dringt in die Haut ein, es entzündet sich alles, es schmerzt fürchterlich und es ist akkut. Das ist der Anfang der Trauer. Der hält sich Monate, Jahre, je nachdem.

Und irgendwann dann ist die Entzündung weg. Das Akkute ist weg. Aber der Stachel sitzt tief, so tief, wie er nie saß, und er wird für immer bleiben. Die Entzündungsschmerzen sind nicht mehr da, nur das Gefühl des unendlichen Verlustes.

Es ist eine tiefe, tiefe Trauer. Es ist ein tiefer unendlicher Schmerz, der einfach da ist.

Ich kann wieder lachen, Hajo, ich erfreue mich an meinem neuen Haus, an all den renovierten Dingen, an meinem fleißigen Mitbewohner, unseren guten Freund, ich bin wieder gerne unter Leuten, ich liebe mein Leben trotz oder wegen des Krebses, der ja nun rausoperiert wurde. Auch die Chemo kann dem nicht viel anhaben. Die Trauer um Dich ist ein fester Bestandteil geworden, es ist nichts Erschreckendes mehr, es ist ein Teil von mir. Aber die Tiefe dieser Trauer, diese unendliche Tiefe, die spüre ich erst jetzt.

Freitag, 11. November 2011

Novembergedanken

Lieber Hajo, wir waren wieder an Deinem Grab, der kleine Muxi und ich, es ist November und die Stimmungen sind etwas gedrückt. Ich muss mich einer oft nicht leichten Krebsnachbehandlung unterziehen und gerade jetzt fehlst Du mir so furchtbar.

Ich bin froh, dass Du das alles nicht mehr miterleben musst, weiß ich doch um Deine Angst der letzten Monate, dass ich ausfallen könnte und Dir nicht mehr helfen. Und doch, wie gerne würde ich mich jetzt einfach zu Dir setzen und trösten lassen. Ich vermisse Dich so sehr, gerade jetzt, wo auch die Vorweihnachtszeit kommt, die uns immer so gefallen hat.

Du bist über ein Jahr tot, Hajo, und doch habe ich oft Situationen, wo ich völlig ungläubig bin, dass Du nicht mehr da bist. Immer noch, es gibt immer noch Augenblicke, wo ich denke, gleich geht die Tür auf und der Hajo ist wieder da!! Ich vermisse Dich so.

Mittwoch, 2. November 2011

Deine Leidenschaft für Pilze

Heute war ich mit meiner Freundin und den Hunden im Neandertal unterwegs und ich habe Fotos gemacht, auch von diesen Pilzen. Meine Freundin, unsere Hundefrau, mit der Du an Deinem Sterbetag noch so lange geredet hast, fragte mich, ob man diese Pilze wohl essen könne. Und ich erzählte ihr, dass Du ein Pilzkenner gewesen seiest und sicherlich wüsstest, ob sie genießbar seien.

Ach Hajo, Du fehlst mir so. Ich denke so oft an Dich dieser Tage, in so vielen alltäglichen Kleinigkeiten bemerke ich Dein Fehlen. Über ein Jahr bist Du nun tot und ich kann es immer noch nicht wirklich begreifen.

Kann man die Pilze nun essen oder nicht?

Freitag, 21. Oktober 2011

unausgesprochen

Dieses Foto habe ich zufällig auf einem Datenträger gefunden, es ist bestimmt zwei oder drei Jahre alt, ich habe mit meinem neuen Handy rumgespielt, derweil Du in der Apotheke Deine Medikamente geholt hast.

Ich muss grad die letzten Tage so oft an Dich denken, wo ich hier zu Hause mit den Einschränkkungen durch die Operation zu kämpfen habe. Gerade jetzt, wo die Handwerker die neue Küche fertig machen und ich nichts tun kann.

Heute Morgen war ich bei einer Freundin, die mit ihrem Mann seit nahezu 35 Jahren zusammen lebt. Sie sagte "irgendwann wird man einfach eins" und meinte damit, dass man sich blind versteht und nicht mehr viel sagen muss. Und dann fielen mir auch gleich wieder unsere Urlaube ein, diese unausgesprochene Verständigung zwischen uns, diese Freude und dieses Wohlfühlen.

Und genau jetzt sehne ich mich so sehr danach.

Dienstag, 11. Oktober 2011

wieder zu Hause

Ich bin wieder zu Hause, Liebster, ich habe die Operation überstanden, es sieht ganz gut aus mit mir. So sagten mir die Ärzte. Weitere Behandlungen werden folgen, die nicht leicht für mich sein werden, aber ich pack das schon. Ich vermisse Dich so, grad jetzt, gerade in dieser Zeit. Unsere Freunde helfen mir, Hajo, sie sind für mich da. Ich habe so viel Schönes erfahren in den letzten Wochen, und doch fehlst Du mir unendlich.

Ich werde den Weg weiter gehen, Schritt für Schritt. Und ich werde dabei immer an Dich denken.

Montag, 3. Oktober 2011

dunkle Stunden waren und es werden helle folgen

Lieber Hajo, morgen früh gehe ich für eine Weile ins Krankenhaus, ich werde operiert, ich musste dunkle Stunden durchleiden, aber mir wird geholfen. Ich denke so oft an Dich, an die hellen Stunden, die wir miteinander verlebten, wie damals auf dem Standesamt. Wie glücklich ich war und wie zufrieden Du warst, unser schöner Tag!!

Und doch waren da auch Schatten, weil es Menschen mit bösen Absichten gab, die uns unser Glück nicht gönnten und die uns lange das Leben schwer machten.

Das alles ist vorbei, Hajo, wir haben hart gekämpft und das hat uns auch zusammengeschweißt. Wir hatten viele schöne Tage und dann kam Deine Krankheit. Und nun bin ich krank. Mir kommt es vor, als sei dies der letzte harte Kampf, den ich kämpfen muss, bis alles wieder gut wird.

Ich vermisse Dich unendlich, aber Du bist in meinem Herzen, für immer.

Freitag, 30. September 2011

immer noch und immer wieder

Heute war ich beim Arzt, ich werde in der kommenden Woche operiert und hoffe, es geht alles gut. Es tröstet mich, dass Du von all dem nichts mehr mitbekommst, Du hattest doch immer solch eine Angst, dass mir was passiert.

Mir wird es bald wieder besser gehen, ich bin in guten Händen. Aber ich vermisse Dich, immer noch und immer wieder. An solchen Kleinigkeiten wie diesem Messgerät fällt mir das auf. Es ist ein ganz altes Messgerät, ich weiß gar nicht mal mehr, wie man es bedient, ich weiß nur, dass Du eine Erinnerung damit verknüpft hast, dass es Dir wichtig war. Und ich kann immer noch nicht verstehen, wie es im Leben, wie es jetzt und hier, hier und heute, Dinge geben kann, die nicht mehr wichtig sind, Dinge von Dir, die keine Bedeutung mehr haben durch Dich, weil es Dich nicht mehr gibt.

Du bist so oft in meinen Gedanken und Gefühlen so präsent, als seiest Du da. Ich bin dann völlig verworren, wenn mir einfällt, dass Du tot bist. Ich weiß es, Hajo, ich weiß es ja, aber es ist so unglaublich für mich. Immer noch. Und immer wieder.

Der Schmerz über Deinen Verlust ist nicht mehr 24 Stunden täglich da. Aber wenn er da ist, dann hat er nichts an Intensität verloren.

Ich vermisse Dich so sehr.

Mittwoch, 28. September 2011

ein Geschenk für Dich

Wie sehr hast Du mir von dieser Maschine vorgeschwärmt und wie gerne wärest Du damit geflogen. Und nun erzählt mir Deine Schwester, dass sie fliegen kann. Ach Hajo, ich durchlebe grad schwere Zeiten, ich bin froh, dass Du es nicht miterleben musst.

Aber das hier, das schenke ich Dir!

Ich vermisse Dich so!!

Freitag, 2. September 2011

Jahrestag

Lieber Hajo, diese Karte habe ich entworfen, mit Deinen Fotos, die will ich verschicken zum Jahrestag Deines Todes. Es fällt mir so schwer derzeit, ich kämpfe so sehr um Haltung, aber es gelingt mir nicht immer. Ich fühle mich krank und elend und verkrieche mich. Es ist so schwer, dieser Jahrestag, es ist so schwer ohne Dich.

Dienstag, 30. August 2011

bald ein Jahr

Liebster Hajo,

nächste Woche bist Du ein Jahr tot und ich werde schon seit über einem Monat von Gedanken und Gefühlen an Dich überschwemmt und die Pastorin sagte mir, das sei so, wenn sich der Jahrestag nähere. Mag sein, ich habe es noch nie erlebt und muss es jetzt das erste Mal leben und Du fehlst mir so.

Das schlimmste ist das Gefühl, dass Du in Vergessenheit geraten könntest, das Leben geht einfach weiter und wenn das beschissene 100 Millionen Mal beschissen normal ist, komme ich damit grad nicht so gut klar.

Du fehlst. Einmal noch reden mit Dir.

Einmal nur.

Samstag, 13. August 2011

ob ich es jemals begreife?

Ich war heute wieder an Deinem Grab, es ist ja Samstag. Es ist so seltsam, Hajo, ich habe immer noch und immer wieder das Gefühl, Du bist noch da. Ich habe all das erlebt, was ich erlebt habe, aber Du bist trotzdem noch da. Ich kann das nicht erklären.

Hier zu Hause ändert sich so viel. Unser Freund Felix reißt grad im Vorgarten alle Bäume raus, es war ja nun fast komplett zugewuchert, er schafft da erstmal Ordnung. Unsere Nachbarn finden das gut und sie haben ja auch Recht, wenn sie sagen, ich müsse Platz für neues schaffen. Montag, wenn ich im Wendland bin, kommt der Elektriker, dann geht das mit dem Neuen weiter. Wenn ich wieder komme, wird sich schon wieder viel verändert haben.

Platz für Neues. Ja, Hajo, das ist richtig so. Und doch fällt mir das Loslassen immer noch schwer. Ich möchte Dich so oft fragen, wie ich was mit Linux machen muss, ich steh dann am Computer und kapiere was nicht und denke automatisch, macht nix, fragste gleich Hajo... bis mir dann einfällt, dass ich Dich nicht mehr fragen kann.

Mir fehlen unsere gemeinsamen Kochabende. Die es ja schon so lange nicht mehr gab, weil Du es nicht mehr geschafft hast mit Deiner Krankheit. Sie fehlen mir, Hajo, diese Abende, wo Du am Herd standest, mir aus Deinem Leben erzähltest und dabei so fröhlich warst. Heute dachte ich an unsere Urlaube in der Pfalz, wie glücklich wir waren, wenn wir endlich losfahren konnten. Ich denke da so gerne dran zurück. Unser erster Urlaub mit unserem kleinen roten Flitzerauto. Wie aufgeregt wir waren.

Ach Hajo. Das alles fehlt mir. Und das verrückte ist, dass ich es immer noch nicht glauben kann.

Samstag, 6. August 2011

wie jeden Samstag

Heute war ich, wie jeden Samstag, an Deinem Grab. Ich habe es neu machen lassen, mit Pinienholz, das sieht echt schön aus. Das Holzkreuz fängt schon an zu verwittern, so, wie Du es wolltest.

Und dann überfiel mich erneut eine tiefe Trauer, ich wollte grad die Blumen gießen, es war so eine schöne Stimmung, die Sonne schien, ich hörte Frauen sich unterhalten, der kleine Muxi legte sich auf die Wiese neben Dein Grab, das alles fühlte sich so schön an... und dann habe ich Dich so vermisst, Hajo, dann kam dieser Vermissungsschmerz, dieses Feuer, was dann in einem brennt, was sich nicht löschen lässt, was einfach nur weh tut und sonst gar nichts.

Dem kleinen Igel geht es wieder gut. Er ist sogar schon zutraulich geworden, das putzige kleine Kerlchen. Er ist auch alt, er hat es geschafft zu überleben.

Ich vermisse Dich so sehr.

Sonntag, 31. Juli 2011

neue Fenster

Lieber Hajo, die neuen Fenster sind eingebaut, die ich mir nun leisten kann, weil Du mir Dein Erbe hinterlassen hast. Wie gerne hätte ich das alles mit Dir gemeinsam erlebt, doch es ist anders gekommen.

Die neuen Fenster würden Dir gefallen, vor allem würden sie die Kälte draußen halten, Du hast die letzten Jahre doch immer so gefroren.

Es ist so vieles neu geworden, seit Du nicht mehr bei mir bist, ich fange an, es zu genießen, Du fehlst mir, das wird sich auch nicht ändern, aber ich habe es annehmen können. Mein Leben ist nun ein anders, auch wenn das Leben mit Dir mir noch so unglaublich nah ist. Aber ich bin wieder fröhlich geworden, ich freue mich wieder an Dingen, ich kann meinen Alltag wieder genießen.

Heute habe ich einen alten sterbenden Igel gerettet, ich konnte ihn nicht den Fliegen und Maden überlassen, ich habe ihn mitnehmen müssen. Ihn gesäubert, alles ekelige Getier entfernt, erst hat er sich wehren wollen, doch als er merkte, dass ich ihm Gutes will, hat er still gehalten. Dann bin ich zum Tierarzt, drei Spritzen hat er bekommen, nun hoffen wir alle, dass er weiterleben darf.

Ich habe immerzu an Dich denken müssen. Vielleicht kannst Du ja ein wenig auf ihn aufpassen, damit es ihm noch ein Weilchen gut geht.

Liebe hört niemals auf, Hajo, niemals.

Sonntag, 24. Juli 2011

Zwischengedanken

Es sind derzeit Tage, da ist mir schwer ums Herz, da kreisen mir die Gedanken, passend zum regnerischen Wetter und dem seit Tagen grauverhangenen Himmel. Mein Leben sortiert sich neu, Hajo, es sortiert sich mit Dir als Vergangenheit, es ist der Abschied, an den ich immer wieder denke, es sind Zwischengedanken, die ich mir mache. Zwischengedanken an diesen Zwischentagen, zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, die ich noch ausgestalten muss, die ich noch nicht gefunden habe, meine Zukunft ohne Dich.

Du fehlst mir so sehr.

Freitag, 22. Juli 2011

für Dich

In den letzten Tagen haben viele Menschen mit mir Kontakt aufgenommen, mich angesprochen, virtuell, am Telefon oder beim Spaziergang, vor der Haustüre, sie sind aufmerksam geworden auf meinen Blog für Dich.  Gestern sprach ich mit unserem gemeinsamen Freund Felix, der mir sagte, wie gerne Du mit mir gelebt hast, wie sehr es Dir gefiel, dass ich alles mit Dir teilte.

Und mir ist wieder einmal klar geworden, was Liebe für mich bedeutet, was uns beide verbunden hat und was wir einander hatten. Wir hatten uns, Hajo. Und wenn die ganze Welt zusammen bricht, wenn alles sinnlos wird oder zerstört, wenn schlimmes kommt oder alles verloren geht, so wird es nicht kommen, das ist mir klar, doch selbst wenn es so wäre, in mir ist eine große Ruhe, eine Zufriedenheit, die sich durch all die Trauer wühlt, die noch da ist: ich habe Dich geliebt.

Das ist mein Apfelbäumchen. Und wenn ich wüsste, morgen geht die Welt unter, so weiß ich doch, es blüht in mir. Unsere Liebe zueinander kann uns niemand nehmen. Niemand. Auch der Tod nicht.


Mittwoch, 6. Juli 2011

Morgenrot

Heute Morgen schaute ich aus dem Fenster und dachte an Dich. Den ganzen Tag dachte ich an Dich. Dann hatte ich einen Termin bei unserem Bankmann und wir sprachen über Dich. Und dann kam ich nach Hause und sah Dein Bild, wie Du in Hamburg in der Fußgängerzone standest.

Und in mir war ein Schmerz, den ich nicht beschreiben kann, Hajo, ich habe Dich so nah gespürt, so körperlich nahe, ich hätte Dich anfassen mögen, so nah warst Du mir.

Du fehlst mir. Dein Mut fehlt mir. Dein Stehaufmännchendenken fehlt mir. Dein Humor fehlt mir. Alles von Dir fehlt mir. Es war ein langer Abschied, denn schon lange vor Deinem Tod hast Du durch Deine Krankheit all das verloren. In mir ist ein Schmerz Hajo. Wir wollten gemeinsam alt werden. Es ist anders gekommen. Nun muss ich alleine weiter leben. Ich schaffe das, Du hättest das gewollt, ich weiß das, aber noch ist da vor mir dieser Berg aus Schmerz, aus Sehnsucht, aus Tränen und aus Vermissen.

Ich vermisse Dich unendlich. Unendlich.

Freitag, 1. Juli 2011

Freude und Schmerz

Mein lieber Hajo, nun ist wieder ein Abschied an der Reihe, diesmal von unserem Auto. Es ist grad über den TÜV und da streikte der Motor. Es ist die Elektronik, was wir schon oft vermutet hatten, denn wenn wir in Urlaub fuhren, passierte uns das gleiche. Nun gut, jedenfalls lohnt eine umfassende Reparatur nicht mehr, ich gebe ihn in Zahlung für ein neues Auto. Auch wieder ein Opel, einen gebrauchten Micro-Van, so nennen sich die Teile. In blau oder gelb, am liebsten wäre mir ja gelb ;-))))

Ich kann das noch gar nicht so recht fassen, dass ich bald unser Auto nicht mehr habe, dass ich bald mit einem Auto rumfahre, was nur mir gehört, nur zu meinem Leben, zu meiner Erinnerung, wieder etwas, was mit Dir nichts mehr zu tun hat.

Ich schaue mir die neue Marke an, freue mich auf das kleine Auto... und Minuten später durchfährt mich ein Schmerz, der Schmerz des "nie wieder".

Es gibt immer noch Augenblicke, Hajo, wo ich es nicht glauben kann, wo es so unglaublich ist und wo ich das Gefühl habe, bald wache ich auf, bald, und dann ist der Spuk endlich vorbei...

Du kommst nie wieder. Eine Wahrheit, die noch nicht vollständig bei mir angekommen ist. Wird sie es jemals?

Dienstag, 7. Juni 2011

Deine Kerze

Heute war die Pastorin da und hat Deine Kerze vorbeigebracht, die beim Abschiedsabend der Trauergruppe für jeden Verstorbenen aufgestellt wurde.

Für Dich stand auch ein Kerzlein da, Hajo, das brennt jetzt auf meinem Tisch.

Wir sprachen darüber, wie stark mein Wunsch oft noch ist, mit Dir zu teilen, Erinnerungen, Erlebnisse, Gefühle und Gedanken.

Gute Nacht!

Sonntag, 29. Mai 2011

Besuch

Gestern haben wir Dich besucht, es war ein sonniger Tag und so verweilten wir an Deinem Grab. Es ist seltsam, Hajo, aber es gibt Momente, da kann ich es immer noch nicht glauben, dass ich nun ohne Dich lebe. Und es gibt Momente, da kommt ein solcher Schmerz, dass ich denke, es geht nicht mehr weiter. Und dann kommen wieder glückliche Augenblicke, die mich mein neues Leben genießen lassen.

Aber immer, immer wieder, immer noch, immer immer immer fehlst Du mir.

Sonntag, 22. Mai 2011

schwere Tage

Liebster Hajo, es sind wieder schwere Tage, die ich durchlebe, denn ich fühle wieder einmal eine große Sehnsucht nach unserer Verbundenheit. Es ist immer ein Auf und Ab, was derzeit mein Leben bestimmt. Tage, an denen ich glücklich bin, weil ich mir mein neues Leben so eingerichtet habe, wie ich es mir wünschte, Tage, an denen ich verzweifelt bin, dass ich mit Dir nichts mehr teilen kann.

Ich komme mit all dem klar, ich schaffe es, aber es kostet mich unglaublich viel Kraft. Gestern habe ich alte Visitenkarten gefunden, aus der Pfalz, die Du gesammelt hattest. Da brach wieder alles zusammen, was ich mir grad mühsam aufgebaut habe, da kam ein Schmerz, der tat so unglaublich weh. Du fehlst mir so sehr.

Unsere Reisen durch die Pfalz, wenn ich daran denke, dann ist in mir ein so großer Schmerz, so eine Sehnsucht, ich erinnere so vieles, es sind schöne Erinnerungen, aber derzeit rauben sie mir die Kraft.

Ich weiß, Hajo, all das wird vorüber gehen. Doch Du fehlst mir so. Du fehlst mir so sehr.

Donnerstag, 12. Mai 2011

ganz alleine

Sonntag war ich das erste Mal ohne Dich auf einem Flohmarkt. Monatelang war das für mich unmöglich, hast Du in mir doch erst die Liebe zu dem alten Trödel entfacht. Es ging, Hajo, es ging wirklich gut, es war sogar schön, auch wenn Du mir gefehlt hast. Ich habe es geliebt, mit Dir über die Flohmärkte zu schlendern, wie oft haben wir über unser Wochenende in Hamburg gesprochen, als Du mir "Deine" Flohmärkte zeigtest.

Dann wurdest Du krank und ohne Dich wollte ich keinen Flohmarkt mehr besuchen. Und nun, nun beginne ich ein neues Leben und so habe ich mir vorgenommen, auf den Flohmarkt zu gehen, ganz alleine. Aber glaub mir, Liebster, Du warst bei jedem Schritt dabei.

Sonntag, 1. Mai 2011

Holzkreuz

Heute haben wir Dich besucht, Muxi und ich, Bienchen schläft ja aushäusig, wir haben das neue Holzkreuz bewundert, was Du Dir gewünscht hast. Es ist schön geworden, so, wie Du es haben wolltest, schlicht und einfach. Und es sollte verwittern. Das wolltest Du.

Und der Mensch heißt Mensch
Weil er irrt und weil er kämpft
Und weil er hofft und liebt,
Weil er mitfühlt und vergibt

Und weil er lacht
Und weil er lebt
Du fehlst
Herbert Grönemeyer

Samstag, 30. April 2011

"Meine Trauer wird dich finden"

Ich habe mir ein Buch bestellt über die Trauer, über den Verlust eines geliebten Menschen. Darin geht es um einen ganz neuen Ansatz in der Trauerpsychologie, es ist von Roland Kachler, der seinen 16jährigen Sohn durch einen Unfall verloren hat, und heißt "Meine Trauer wird dich finden".

Es geht ihm nicht um das Loslassen des Toten, sondern darum, was an Liebe für den Verstorbenen bei den Lebenden bleiben kann. Schon nach den ersten Seiten ging es mir besser, fühlte ich mich verstanden und aufgehoben.

Hajo ist tot. Aber seine Liebe ist für mich da und meine Liebe für ihn. Daran wird sich nichts ändern.

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Mittwoch, 20. April 2011

Heute ist einer der Tage...

...an denen ich Dich unendlich vermisse...

Montag, 18. April 2011

was  Du mir hinterlassen hast

Mein Liebster, nun sind alle die Dinge geklärt, die geklärt werden mussten, damit ich Dein Erbe antreten kann. Du hast mir so viel hinterlassen. Bei all den Werten, die ich jetzt mein eigen nenne, sind die wunderschönen Erinnerungen an unsere gemeinsame gesunde Zeit doch mit das Wertvollste, Hajo, was Du mir hinterlassen hast.

Dafür werde ich Dir immer dankbar sein.

Mittwoch, 13. April 2011

Unser Auto, unsere Hunde...

Ich glaube, wenn man Witwe geworden ist, dann gibt es eine Zeit des unser und eine Zeit des meins. Und die Unser-Zeit, die wächst in die Meins-Zeit hinein. Bienchen und Mäxchen werden immer unsere Hunde bleiben, und der olle Opel immer unser oller Opel. So vieles ist unser, auch wenn es jetzt meins ist.

Ich versuche damit zu leben.

Samstag, 9. April 2011

Für wieviel Personen?

Heute war ich auf dem Markt, es ist Samstag. Ich habe Fisch gekauft, ich ess doch so gerne Fisch. Hajo hat auch gerne Fisch gegessen. Und dann fragte mich die Marktfrau, für wieviel Personen ich denn Fisch brauche.

Ich habe nicht antworten können. Die Trauer überkam mich. Von jetzt auf gleich.

Ich fahre jetzt erstmal zum Friedhof. Samstag ist Friedhoftag.

Sonntag, 3. April 2011

Dampflok

Das war 1999, wir warteten am grad im Ausbau befindlichen Bahnhof meiner Heimatstadt auf eine Dampflokomotive, die als Attraktion da vorbei kommen sollte.

Wir haben in den folgenden Jahren viele wunderschöne Dampfloktouren gemacht, einmal sogar mit unseren Hunden.

Mit Hajo hat all das eine solche Freude gemacht. Dies werde ich in meiner Erinnerung behalten. Auch unsere Touren zu diversen Flohmärkten, vor allem in Hamburg, das war einfach nur schön.

Ich liebe Flohmärkte, aber ich war schon lange auf keinem mehr. Die Erinnerung überflutet mich noch. Irgendwann schaff ich das. Versprochen Hajo!!

Dienstag, 22. März 2011

Herzlichen Glückwunsch Liebster

Heute wäre Dein Geburtstag gewesen, ich habe Dir Blumen gemalt, weil ich doch nicht an Deinem Grab sein kann. Du hast Blumen so geliebt. Es sind Phantasieblumen, aber ich hoffe, sie gefallen Dir.

Dienstag, 8. März 2011

annehmen

Ich habe mich verändert, Hajo, ich bin eine Andere geworden ohne Dich. Ich habe viel gelernt in dieser Klinik, in der ich immer noch bin. Ich habe zulassen müssen, wie schwer Du erkrankt warst, und zwar an Leib UND an Deiner Seele. Ich habe ebenso zulassen müssen, dass ich Dir nicht helfen konnte. Und, das war mit das Schmerzhafteste, ich habe Deine Entscheidung akzeptiert, dieses Leben nicht mehr leben zu wollen.

Immer und immer wieder habe ich solche Sehnsucht nach Dir. Dies wird mich für den Rest meines Lebens begleiten.

Aber, ich habe Dich angenommen, so wie Du bist. Wie Du warst. Und wie Du immer für mich sein wirst.

Bleibe an meiner Seite
auf meiner Wegstrecke
die ins Ungewisse führt

Bleibe an meiner Seite
bis ich selbst
das Ziel erkennen kann

Du, mein Freund
bleibe an meiner Seite
bis ich morgen
meinen Weg alleine gehe

Bleibe an meiner Seite
und ich werde übermorgen
dich begleiten.

Margot Bickel

Freitag, 18. Februar 2011

Ich habe Dir Blumen ans Grab gebracht

denn heute ist unser Hochzeitstag!

Liebster, ich bin in der psychosomatischen Klinik, wo ich schon lange hin wollte und wo ich nach Deinem Tod auch hin musste. Heute die erste Stunde Mal-Therapie, ich habe Dir das Bild gemalt, weil doch heute unser Tag ist.

Ich glaube, langsam kann ich Dich ganz gehen lassen. Aber nur langsam, der Gedanke schmerzt und ich vermisse Dich noch immer so sehr.

Samstag, 5. Februar 2011

Du fehlst mir so

So, Hajo, so werde ich Dich in Erinnerung behalten, verschmitzt lachend, in dem winzigen Bahnmuseum auf dem Königstuhl in Heidelberg. Reingeschlichen hast Du Dich, ich trau mich ja sowas nicht. Von draußen durch die Scheibe habe ich Dich fotografiert.

Damals ging es Dir schon sehr schlecht. Es war ein halbes Jahr vor Deinem Tod.

Diese Tage jetzt, die sind sehr schwer für mich. Ich weiß nicht warum ausgerechnet jetzt, Hajo, aber ich muss ständig weinen.

Eine alte Freundin von Dir schrieb mir heute, dass Du mit Sicherheit wolltest, dass es mir gut geht. Ich werde auch wieder lachen können, wenn ich an Dich denke, versprochen, derzeit aber muss ich weinen.

Du fehlst mir so.

Sonntag, 30. Januar 2011

so habe ich Dich kennen gelernt


Weißt Du noch, wie Du am Bahnhof angekommen bist und wir uns das erste Mal gesehen haben? Es war der 4. November 1998. Du bist gekommen und geblieben, es stimmte einfach und dann warst Du da und wir waren zusammen. Kennen gelernt haben wir uns zwei Jahre vorher, doch ergab sich nie die Gelegenheit und als sie dann da war, da wussten wir beide gleich, wir sind füreinander bestimmt. Das hört sich für viele vielleicht kitschig an, Rosamunde Pilcher im Neanderthal, aber so war es. Du hast lange Jahre allein in Hamburg gelebt und nach der Pleite der Firma, wo Du als EDV'ler gearbeitet hast, war es recht einsam um Dich geworden. Doch, so hast Du mir erzählt, Du wusstest immer, irgendwo auf der Welt ist eine Frau für Dich, die zu Dir hält und mit Dir alt werden will.

So war es ja auch und wir haben unser gemeinsames Leben lange Zeit genossen und geliebt, bist Du krank geworden bist. Danach war es oft schwer für uns Beide, aber wir hatten uns versprochen, wie in guten so in schlechten Zeiten und auch dieses Versprechen haben wir gehalten.

Bald ist es ein halbes Jahr her, dass ich Dich gehen lassen musste, ich will das gar nicht glauben, Hajo, es kommt mir vor wie gestern. Und war es nicht erst gestern, wo der Polizeiarzt zu mir kam und sagte, sie hätten nichts mehr für Dich tun können? Wo ich auf dem Flur der Intensivstation die Schritte seiner schweren Einsatzstiefel hörte, die immer näher kamen?

Ich weiß noch, wie wir einen Freund von Dir in Hamburg besuchten, zu dem Du fast den Kontakt verloren hattest. Und der nicht glauben wollte, dass Du verheiratet bist. 'Hajo ist sesshaft geworden?' fragte er mich völlig ungläubig und doch verschmitzt lachend, und als Du ihm erzähltest, dass Du jetzt in einem Dorf wohnst in einem kleinen Häuschen, da meinte er, tja, wo die Liebe hinfällt, da bleibt sie meist und beim Abschied wünschte er uns viel Glück.

Glück hatten wir, Hajo, das Glück unserer gemeinsamen Urlaube in der Pfalz. Alte-Leute-Urlaube habe ich sie immer genannt, und sie haben mir so gut gefallen. Du hast mir Deine geliebte Pfalz gezeigt und so oft wir konnten, waren wir dort.

Man darf es ja keinem erzählen ;-)))) aber unsere gemeinsame Leidenschaft war es, durch die Küchenabteilungen der Kaufhäuser zu schlendern und uns Kochutensilien auszusuchen ;-)))) Noch heute sieht meine Küche aus wie ein Kochtopflager ;-)))) Für jedes Gericht einen speziellen Topf, für den Gasherd, für den Elektroherd, für den Backofen ;-)))

Ja, Hajo, viele haben darüber geschmunzelt, aber ich fand es einfach nur schön. Ich habe unsere gemeinsamen Kochfeiern geliebt. Deine Gerichte in den gusseisernen Schmortöpfen, denn natürlich hatten wir nicht nur einen, wir hatten x.

Ich muss heute noch lachen, wenn ich an die Bestellung bei unserem Winzer denke, wir hatten uns mit der Bestellmenge völlig vertan und auf einmal einen Keller voller Weinflaschen ;-)))) und ein leeres Konto ;-))))

Und als wir uns 2002 den kleinen roten Flitzer kauften, den Du so geliebt hast. Wie wir das erste Mal mit ihm in die Pfalz fuhren. Ich erinnere es noch genau.

Ist das nicht alles erst gestern gewesen, Hajo?


Dienstag, 25. Januar 2011

und wieder ein Abschied

Heute wurden Deine alten Kisten abgeholt, an denen Du so gehangen hat. Alte Kabel, alte Platten, all der Computerkram, der Dir mal so wichtig war.

Ach Hajo, ich muss mich davon trennen, der ganze Keller war voll damit und ich kann doch nichts damit anfangen. Aber es fällt mir doch unsagbar schwer, diese Dinge endgültig herzugeben.

Ein Trost, sie sind bei einem Unix-Liebhaber gelandet, wie Du ja auch einer warst ;-))))

Aber es geht wieder etwas zu Ende. Und das ist verdammt nicht leicht zu ertragen.