Mein Liebster Hajo ist am 6. September 2010 ganz plötzlich an einer Lungenembolie gestorben. Vier Jahre habe ich ihn durch eine schwere Depression begleitet. Der Abschied fällt mir so schwer. Doch das Schreiben erleichtert mich und lässt mich ihm immer wieder nah sein.


Freitag, 30. September 2011

immer noch und immer wieder

Heute war ich beim Arzt, ich werde in der kommenden Woche operiert und hoffe, es geht alles gut. Es tröstet mich, dass Du von all dem nichts mehr mitbekommst, Du hattest doch immer solch eine Angst, dass mir was passiert.

Mir wird es bald wieder besser gehen, ich bin in guten Händen. Aber ich vermisse Dich, immer noch und immer wieder. An solchen Kleinigkeiten wie diesem Messgerät fällt mir das auf. Es ist ein ganz altes Messgerät, ich weiß gar nicht mal mehr, wie man es bedient, ich weiß nur, dass Du eine Erinnerung damit verknüpft hast, dass es Dir wichtig war. Und ich kann immer noch nicht verstehen, wie es im Leben, wie es jetzt und hier, hier und heute, Dinge geben kann, die nicht mehr wichtig sind, Dinge von Dir, die keine Bedeutung mehr haben durch Dich, weil es Dich nicht mehr gibt.

Du bist so oft in meinen Gedanken und Gefühlen so präsent, als seiest Du da. Ich bin dann völlig verworren, wenn mir einfällt, dass Du tot bist. Ich weiß es, Hajo, ich weiß es ja, aber es ist so unglaublich für mich. Immer noch. Und immer wieder.

Der Schmerz über Deinen Verlust ist nicht mehr 24 Stunden täglich da. Aber wenn er da ist, dann hat er nichts an Intensität verloren.

Ich vermisse Dich so sehr.

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