Mein Liebster Hajo ist am 6. September 2010 ganz plötzlich an einer Lungenembolie gestorben. Vier Jahre habe ich ihn durch eine schwere Depression begleitet. Der Abschied fällt mir so schwer. Doch das Schreiben erleichtert mich und lässt mich ihm immer wieder nah sein.


Samstag, 23. März 2013

Dein Wille

Mein lieber Hajo, so wolltest Du es haben, ein schlichtes Grab mit einem Holzkreuz, das verwittern soll, bis Dein Name nicht mehr zu lesen ist, damit alles in Vergessenheit geraten kann, so hast Du es mir gesagt und so soll es sein.

Heute war es bitterkalt auf dem Friedhof, der Wind pfiff und vereinzelte Schneeflocken flogen umher. Ich wünsche mir den Frühling herbei, damit ich wenigstens eine bunte Blumenschale auf Dein Grab stellen kann.

Heute dachte ich mir, wie schön es ist, dass Du von der Dunkelheit ins Licht gegangen bist, ich hoffe, Du hast Deinen Frieden gefunden. Unser letztes gemeinsames Jahr war sehr schwer, Deine Krankheit hat Dir arg zugesetzt und vieles unmöglich gemacht.

Mir geht es wieder gut, Hajo, ich bin einverstanden mit meinem Leben, was ich jetzt ohne Dich lebe. Ich denke so oft an Dich, aber ich habe keine Schmerzen mehr dabei. Wir hatten unser Leben und es war, wie es war. Du bist gegangen und ich wünsche Dir Licht und Freude. Vergessen werde ich Dich nicht, auch wenn Dein Name einst verblasst sein sollte.

Kommentare:

SusiP hat gesagt…

Das hast du so schön geschrieben! Und es klingt wirklich positiver und nicht mehr so traurig.

Anonym hat gesagt…

Ich habe Deine Briefe alle voller Anteilnahme gelesen und bin so froh, dass es Dir besser geht,
d. h. wieder gut geht.
Vergessen können wir die, die wir geliebt haben, niemals! Aber es treten neue Menschen in unser Leben, die uns auch begeistern können. Die akute Trauerphase dauert, wie ja auch in Deinem Fall, etwa 2-3 Jahre. Danach tritt eine gewisse Linderung ein.